Archiv für März 2012

Facebook: Account beschlagnahmt (Update)

Freitag, 30. März 2012

Am 20. Februar hatten wir über einen Reutlinger Amtsrichter berichtet, der den Facebook-Account eines 20-Jährigen beschlagnahmen wollte. Laut Gericht soll dieser einem Freund über das Netzwerk den entscheidenden Tipp für einen Einbruch gegeben haben.

Damals waren wir uns einig:

Sollte Facebook einlenken und die Daten zugänglich machen bzw. dazu gezwungen werden, könnten zukünftig häufiger Facebook Accounts beschlagnahmt werden. Ein Schritt, der von vielen Juristen befürwortet werden würde.

Jetzt gibt es hierzu eine Entscheidung von Seiten Facebooks: Der Amtsrichter bekommt keinen Zugriff auf die Daten des 20-Jährigen!

Der Richter hatte sich zunächst an Facebook Deutschland in Hamburg gewendet, um Zugriff auf den Account zu bekommen. Als er dort auf die Kollegen in Dublin, Irland, verwiesen wurde, stellte er ein Rechtshilfeersuchen an die irischen Behörden. Da Facebook die Daten jedoch auf seinen US-Servern gespeichert hat, waren auch den irischen Behörden die Hände gebunden. Auf seine Anfrage beim Facebook Headquarter in Kalifornien, USA, bekam der Reutlinger Richter die Antwort, Facebook gebe die Daten unter Verweis auf US-Datenschutzbestimmungen nicht an die europäische Justiz heraus.

Facebook nimmt billigend in Kauf, durch dieses Verhalten einen Straftäter zu schützen. (Richter Hamann)

Der 20-Jährige kam trotzdem nicht um eine Strafe herum. Aufgrund anderer Indizien wurde er wegen Beihilfe zum Einbruch zu vier Tagen Jugendarrest sowie einer Geldstrafe verurteilt.

Der Reutlinger Richter schaffte es nicht, einen Präzidenzfall zu schaffen und den Weg für zukünftige Strafverfolgungen mithilfe des sozialen Netzwerks frei zu machen. Obwohl Facebook bereits in der Vergangenheit angekündigt hatte, Behörden bei der Strafverfolgung zu unterstützen, legt der Internet-Riese die Kontodaten und -inhalte ausschließlich auf Basis der Nutzungsbedingungen und nach geltendem Recht offen.

 

„ And the Shop Award 2012 goes to…“

Mittwoch, 28. März 2012

Die „Internet World Business“ verlieh gestern den „Shop Award 2012“, bei der E-Commerce Messe „Internet World“ in München.

Es wurden aus insgesamt 390 Vorschlägen, nach einer ersten Selektion auf 35 Finalisten, die sieben Gewinner gewählt.

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Neues von den Samwers, Google und zum Social ROI

Freitag, 23. März 2012

Die Bombe ist eingeschlagen: Wie techberlin rausgefunden hat, starten die Samwer-Brüder einen neuen Klon. Nur diesmal wird kein geringeres Portal geklont als Amazon. Der neue Klon aus dem Hause Samwers trägt den Namen Lazada (span. Schlinge) und sitzt in Singapur. Von hier aus soll Lazada den südostasiatischen und später den ostasiatischen und arabischen Markt angreifen – Märkte, in denen Amazon selbst kaum bis gar nicht aktiv ist. Der Plan: Amazon dazu zwingen selbst dort aktiv zu werden oder Lazada aufzukaufen.

 

 

Google baut unterdessen weiter sein Werbenetzwerk aus und hat nun das Einkaufen von Display Werbung vereinfacht sowie die Tools modernisiert und optimiert. Im Detail wurde ein eigener Tab für Display-Werbung in AdWords eingeführt, das Kontext Targeting optimiert sowie die visuelle Darstellung der Reichweite hinzugefügt. Ein kleines Video zu den Neuerungen gibt es auch:

 

 

Adobe hat eine Studie mit dem Titel “Why marketers aren’t giving social the credit it deserves” veröffentlicht. Kernaussage der wirklich interessanten Studie ist, wie der Titel schon sagt, die verweigerte Anerkennung des Nutzens von Social Media für den Umsatz eines Unternehmens. Dies liegt hauptsächlich daran, dass in der gängigen Praxis der letzte Klick eines Abverkaufs zählt und im Kaufprozess die Berührungspunkte zuvor bzw. der erste Klick kaum Beachtung erhalten. Dieser erste Klick kommt laut Adobe immer öfter von sozialen Netzwerken wie Facebook.

Die Studie kommt zu drei Hauptergebnissen:

1. Die Last-click Zuordnung, wie sie von den Meisten angewandt wird, vernachlässigt die Rolle von Social Media im Kaufprozess.
2. First-click Zuordnung erfasst den Einfluss von Social Media exakter, wodurch der Nutzen von SM um bis zu 94% steigt.
3. Dieser gesteigerte Nutzen sollte signifikant genug sein, um Marketer davon zu überzeugen ihre Budgets anders zu priorisieren und zu verteilen.

Das Ergebnis ist allerdings nichts wirklich neues. Schon seit geraumer Zeit schwirren in der eCommerce- und Online Marketing-Welt Begriffe wie “Attribution Modell” oder “Customer Journey” herum, die eben genau diesen Prozess beschreiben. Marketer müssen sich bewusst werden, dass der Kaufprozess im Internet über viele unterschiedliche Kanäle und Berührungspunkte führt und nicht nur dem letzten zugeordnet werden darf. Hierzu bedarf es einer ausgeklügelten Software, die Adobe mit seiner Marketing Suite natürlich selbst zur Verfügung stellt.

 

Recap: Online Marketing 2012 in Bonn

Freitag, 16. März 2012

Bericht vom Kongress Online Marketing 2012 in Bonn

(von Kristina Hild und Thomas Veit)

Mit diesem Beitrag gehen wir auf die drei Kongress-Beiträge ein, die uns am besten gefallen haben.

Der Kongress stand insbesondere unter dem Zeichen „Social“, also dem „So“ innerhalb der Wortneuschöpfung SoLoMo, was für Social-Local und Mobile steht.

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Google verstärkt sein Anzeigen-Monitoring

Donnerstag, 15. März 2012

In seinem Blog gibt Google Einblicke darüber, wie die Qualitätskontrollen für Adwords-Werbung aussehen.
Hierbei hat Google zum einen seine technologischen Überwachungsmechanismen überarbeitet, als auch die manuelle Überwachung erweitert.
Als eine der größten Suchmaschinen der Welt, möchte Google sicherstellen, dass nur Anzeigen online gehen, die auch
den Google Werberichtlinien entsprechen.
Hierzu wurden folgende Neuerungen/Erweiterungen vorgestellt:

Zum einen hat Google ein neues Risikomodell entwickelt, mit dessen Hilfe verschiedene Anzeigenvarianten durchgespielt werden um
abzusichern, dass keine Werberichtlinien verletzt werden.
Außerdem hat Google das System ausgeweitet, worüber Nutzer Rückmeldung über Anzeigen für gefälschte Markenprodukte geben können.
Des weiteren wurde der manuelle Prüfprozess überarbeitet und soll nun schneller funktionieren. Hierbei verspricht Google eine
24-Stunden-Antwortzeit, sodass Beschwerden schnellstens bearbeitet werden.

 

Google Play, und wie Google damit Geld verdienen will

Montag, 12. März 2012

Bereits vor einer Woche stellte Google seine neue Plattform Google Play vor. Dabei handelt es sich um eine Verschmelzung des Android Markets mit Google Music und dem Google eBook-Store. Der Such-Riese möchte hierdurch vor allem den Nutzern von Android Smartphones und Tablets mehr Entertainment bieten, und gleichzeitig einen Angriff auf Apples App Store und iTunes starten. Über Google Play und die integrierte Cloud kann der Nutzer zukünftig von überall aus über das Web oder eine App auf zehntausende Songs, Filme und Apps zugreifen, und diese mit Freunden teilen. Das gesamte Service-Spektrum wird allerdings zunächst nur in den USA zur Verfügung stehen, in Deutschland wird Google Play vorerst nur Apps bereitstellen.

 

 

Obwohl die meisten Android Apps noch immer kostenlos sind, werden auch immer mehr kostenpflichtige und professionelle Anwendungen zum Download angeboten. Genau hier versucht Google anzusetzen und ein Stück vom Kuchen abzubekommen, denn Entwickler dürfen ausschließlich Google Wallet – Google’s eigenen Bezahlservice – als Zahlungsmethode angeben.

Zwar schreiben die Nutzungsbedingungen des Android Markets und von Google Play schon länger Google Wallet als Bezahlmethode für Inhalte vor, jedoch wurde die Durchführung bisher nur halbherzig kontrolliert. Dies soll sich jetzt ändern: wer sich nicht daran hält wird innerhalb von 30 Tagen aus Google Play verbannt. Für den deutschen Markt könnte diese Richtlinie erhebliche Folgen haben, setzt Google Wallet – im Gegensatz zu PayPal – doch eine Kreditkarte voraus. Jedoch ist eine Kreditkarte in Deutschland und Teilen Europas (noch) keine Selbstverständlichkeit – gerade beim jüngeren, App-affinen Zielpublikum.

Für Android Nutzer wird Google Play sicherlich eine Bereicherung darstellen und es wird spannend zu verfolgen, inwiefern Google seinem größten Konkurrenten Apple damit gefährlich werden kann.

 

Kennen Sie das Werbechancen-Tab in AdWords?

Freitag, 09. März 2012

Von vielen AdWords-Usern relativ unbeachtet ist das Werbechancen-Tab, wodurch schnelle Perfomance-Steigerungen erreicht werden können.

Falls Ihre Kampagne berechtigt ist Sitelinks zu schalten und Sie das noch nicht in Erwägung gezogen haben, dann sollten Sie schleunigst ihre Sitelinks uploaden, sonst können wertvolle Klicks verloren gehen.

Dies ist übrigens ein neuer Punkt im Werbechancen-Tab.
Für den Fall, dass Ihre Kampagne gut performen, aber dennoch keine Sitelinks besitzt, können Sie hier potentielle und vor allem personalisierte Schätzungen für zusätzliche Klicks in Ihrer Kampagne erfahren.

Mehr dazu im AdWords Hilfe Center.

Änderungen am +1 Button

Donnerstag, 08. März 2012

Google hat einige Änderungen bezüglich seines +1 Buttons auf der Agenda.  Zum einen kommt eine eher oberflächliche Änderung am Farbschema des Buttons selbst, zum anderen wurde eine Option hinzugefügt, mit der sich Nutzer für Inhalte bedanken können.

 

Roter +1 Button

Neues Farbschema des +1 Buttons

Mometan noch unter Beobachtung durch die ‘Google+ Platform Preview Group’ stehend, wird der neue Button bald allen Nutzern zur Verfügung stehen.

 

Sag Danke auf Google+

Eingeloggte Google-Nutzer haben jetzt die Möglichkeit, sich bei anderen für das Betätigen des +1 Buttons zu bedanken. Auf der personalisierten Suchergebnis-Seite kann man sich bei Leuten, welche Teil deines Circles sind, bedanken — die Beschriftung kann frei gewählt werden!

 

Facebook Mythos: CPM vs. CPC

Montag, 05. März 2012

Alle, die mit PPC und Facebook Advertising zu tun haben, kennen die beiden Gebots-Modelle CPC (Cost per Click) und CPM (Cost per Mille/Thousand Impressions). Noch vor zwei Jahren haben viele Facebook Werbetreibende das CPM-Modell bevorzugt, denn beide Modelle wurden von Facebook gleich behandelt. Das hieß, CPM-Anzeigen waren billiger und hatten mehr Reichweite, bekamen aber genau so viele Klicks wie CPC-basierte Anzeigen. Um die eigenen Werbeumsätze zu steigern hat Facebook dann vor zwei Jahren reagiert und das CPM-Modell und seinen Algorithmus angepasst. Fortan bekamen CPC-basierte Anzeigen eine höhere Priorität zugesprochen und CPM-basierte Anzeigen dadurch weniger Klicks. So sollte sichergestellt werden, dass mit dem jeweiligen Modell auch das entsprechende Ziel erreicht werden würde: Markenbekanntheit durch CPM-Anzeigen mit tausenden Impressionen, aber wenigen Klicks; Traffic durch CPC Anzeigen mit weniger Impressionen, aber besseren Durchklickraten.

Nach dieser Änderung spielte CPM kaum mehr eine Rolle. Ich persönlich hatte, auch aufgrund von Empfehlungen und zahlreicher Blog-Beiträge im World Wide Web, stets auf CPC gesetzt und CPM nie angetestet. Scheinbar setzen aber inzwischen wieder vermehrt Leute auf dieses Abrechnungsmodell, was man an den im vergangenen Jahr deutlich gestiegenen CPM Preisen sieht. Zusätzlich habe ich in den vergangenen Wochen immer wieder von Leuten gehört, die wieder auf CPM-Gebote umgestiegen sind und damit respektable Ergebnisse erzielt haben wollen.

Grund genug für mich einen kleinen A/B Test zu starten und zu sehen, ob die Änderung von 2010 wirklich so ausschlaggebend ist oder ob CPM-basierte Anzeigen inzwischen wieder akzeptable Klick-Ergebnisse liefern. Continue reading “Facebook Mythos: CPM vs. CPC” »

Facebook ändert sein Werbekonzept – aber wer profitiert davon?

Donnerstag, 01. März 2012

Gestern fand in New York die Facebook Marketing Conference (fMC) statt, die erste Konferenz von Facebook nur für Marketer. Schon Tage bzw. Wochen vor Beginn der Veranstaltung gab es unzählige Gerüchte darüber, was Facebook vorstellen und verändern würde.

Während der fMC kündigten die Verantwortlichen dann drei große Veränderungen an, auf die ich nur kurz eingehen möchte (wer näheres dazu lesen möchte, kann das hier, hier oder hier tun):

1. Schon einige Stunden vor Beginn der Konferenz wurde das neue Timeline Design, das es schon seit einigen Wochen für private Profile gibt, auch für die Unternehmensseiten ausgerollt. Wer möchte, kann sich das Design schon mal auf der crealytics Fanpage anschauen. Wichtigste Änderungen neben dem Timeline-Konzept: Es gibt jetzt ein großes, prominentes Titelbild; Bilder und Videos werden jetzt sehr viel größer dargestellt; Tabs werden unterhalb des Titelbildes platziert.

 

Quelle: Facebook

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