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Der Dialog im Vordergrund – Facebook Trends 2012

Freitag, 10. Februar 2012

Viele Unternehmen preschten 2011 auf Social Media Plattformen und glaubten mit Facebook & Co. neue Umsatzmöglichkeiten aufzutun und ihre sozialen Aktivitäten zu monetisieren. Sie starteten einen Hype um f-Commerce, und Promotions und Gewinnspiele erlebten 2011 einen regelrechten Boom. Kaum ein Unternehmen, bei dem es auf der Fanpage kein iPad zu gewinnen gab oder mit Vergünstigungen oder Gutscheinen geworben wurde. Anscheinend trafen sie damit bei vielen Nutzern einen Nerv. Eine IBM Studie von 2011 führte in der Liste der Erwartungen von Nutzern an die Verknüpfung mit Marken das Erhalten von Sonderangeboten (61%) und das Kaufen von Produkten (55%). Das Mitteilen über und kommentieren von Unternehmen und Marken (49%) oder der Kunden-Support (37%) befanden sich eher im unteren Mittelfeld.

Hier scheint sich für 2012 eine Trendwende abzuzeichnen. Der f-Commerce sowie Social Shopping stecken noch in den Kinderschuhen, direkte Abverkäufe zu erzielen ist oftmals nur unter Einsatz erheblicher Ressourcen möglich und steht noch in keinem Verhältnis zu etablierten Kanälen wie SEM oder Newsletter-Marketing. Viele Unternehmen versuchen nicht mehr die Plattform auf die eigenen Wünsche anzupassen, sondern passen sich vielmehr dem Netzwerk an: Soziale Netzwerke waren zur Vernetzung von Menschen untereinander und zur Kommunikation miteinander ausgelegt, und hierauf scheinen sich viele Unternehmen jetzt wieder zu besinnen.

Eine Befragung von StrongMail zu den Marketing Trends 2012 zeigt deutlich, in welche Richtung es für Unternehmen gehen wird:

 

© StrongMail

 

Der Fokus wird 2012 auf dem Aufbau von Markenbekanntheit (64%) und Kundenloyalität (48%) liegen, während Umsatz generieren (14%) kaum eine Rolle spielt. Aber nicht nur bei den Unternehmen hat sich der Fokus verändert, auch bei den Usern zeigt sich ein verändertes Nutzerverhalten für 2012. Obwohl exklusive Angebote oder Rabattaktionen mit 67% noch immer auf Position 1 der Erwartungen an eine Marke stehen, haben der Austausch mit anderen Kunden und der Kunden-Support stark zugelegt und belegen mit 60% bzw. 50% obere Plätze.

 

 

Sowohl Unternehmen als auch Fans werden mehr Wert auf Interaktion und Dialog legen. Hierin liegt auch eine große Chance für Unternehmen: Durch interessante Inhalte, interaktive und begeisternde Apps und den Dialog mit Fans, können aus eben diesen Kunden und Empfehler gemacht werden. Bereits 2010 hatte eine Studie von Syncapse festgestellt, dass Fans im Vergleich zu Nicht-Fans im Schnitt 54€ pro Jahr mehr für Produkte einer Marke ausgeben, die Loyalität um 28% höher ist und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Produkt weiterempfohlen wird um 41% steigt. Zusätzlich zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie von eVoc Insights, dass ca. 54 % der Befragten eher dazu bereit sind ein Produkt zu kaufen, wenn sie sich mit dem Unternehmen auf Facebook verbunden haben.

Zudem hat das Teilen, Liken und Kommentieren von Inhalten erhebliche Auswirkungen auf das Google Ranking, wie eine Untersuchung von Searchmetrics ergeben hat:

 

Ein konsistentes und gutes Community Management sowie die Integration der neuen Open Graph Funktionen wirken sich somit auf viele verschiedene Arten und Weisen positiv für ein Unternehmen aus. Langfristig wird sich dies auch in den Umsatzzahlen widerspiegeln.